Während bei den Ausschreitungen vom 9. November 1938 die Zerstörungsaktionen und die Plünderung der beiden verbliebenen jüdischen Geschäfte von Karl Bernstein und Hermann Hammerschlag in aller Offenheit stattfanden, wurden - von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt - durch die Gestapo Verhaftungen vorgenommen: zehn Männer wurden in 'Schutzhaft' genommen und in ein Sonderlager im Konzentrationslager Buchenwald gebracht, wo sie wochenlang physischen und psychischen Folterungen ausgesetzt waren. Der erst 34-jährige Walter Katz starb noch im Lager, der 62-jährige Dr. Kratzenstein nach seiner Entlassung an den Folgen der Misshandlungen. Durch diese Aktion, die reichsweit stattfand, erhoffte man sich eine durch die entstandene Panik ausgelöste Fluchtwelle ins Ausland. Für Hameln ging diese Rechnung weitgehend auf: Wer nur irgend die Möglichkeit dazu hatte, versuchte schnellstens auszuwandern.
Die Ereignisse der Pogromnacht trafen in besonderem Maße die Synagoge und den jüdischen Friedhof als sichtbare Zeichen jüdischen Lebens: Das Zentrum des Gemeindelebens, die 1879 eingeweihte Synagoge in der Bürenstraße, wurde geplündert und bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Auch der der an Scharnhorststraße gelegene Friedhof wurde verwüstet.
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Zerstörte Synagoge - Innenraum nach Westen |
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